Eintauchen in China bedeutet: Ankommen am Bahnhof und keine Schilder mehr lesen koennen, Ticket auch zum Bahnhof verlassen aufbewahren, draengeln und Schlange stehen fuer neues Ticket, nicht antwortende Beamte am Fahrkartenschalter und Taxi-Suche: zur falschen Zeit auf der falschen Seite etc.
Aber das haben Alexandra, Sebastian und ich alles bewaeltigt, natuerlich nur mit Hilfe der halbchinesischen Langnasen.
In Gangshou gab es auch keine Rolltreppe nach oben und vor allem kein Taxi, oder kein freies oder keins, das angehalten hat. Deshalb mussten wir mit unserem Gepaeck einen laengeren Marsch bewaeltigen, der uns auch noch ueber eine Highway-Bruecke fuehrte, und Koffer Treppen rauf und runter schleppen ist nicht besonders lustig. Aber wie gesagt, auch da waren die halbchinesischen Langnasen freundlicherweise behilflich.
Und irgendwie haben wir es dann doch geschafft auf die innerstaedtische Insel zu kommen, auf der das Youth Hostel zu finden war. Es gab auch noch ein 3-Bett-Zimmer und eigentlich war es ein richtig schoenes kleines Hotel. Bis dahin waren wir auch kraeftig durchgeschwitzt, denn es war warm und feucht.
Den Rest des Abends wollten wir dann - nach einem Spiesschen Abendessen und der sehr belebten Innenstadt auf der Paertymeile verbringen, auf der anderen Seite des Flusses, was aber mit einer Faehre bewaeltigt werden konnte - aber nicht bevor man den naechtlichen Fischmarkt durchquerte, wo Gummistiefel die bessere Variante gewesen waeren.
Und begegneten mir zunaechst Wasserschlangen aller Art, sonstiges Gewusele und der Renner waren an diesem Abend huepfende Saecke, die alle vollgestopft waren mit Froeschen, wie sich nach genauerem Hinsehen herausgestellt hatte. Man kann sagen, wir waren auf dem absoluten Delikatessenmarkt.
Die Dame bei der Faehre hielt ein Schlafchen und nur mit Umweg gab's ein Ticket. Auf der anderen Seite hatten wir dann wirklich die Auswahl - am besten nach dem Musikstil und dem Publikum. Die Empfangsdamen vor der Tuer steckten in der Regel in Abendkleidern, auch wenn Hardrock gespielt wurde. wir fanden dann ein coole Location, wo der Vodka dann gleich im russischen Mass ausgeschenkt wurde. Auf der Ueberfahrt zurueck begleiteten uns dann eine ganze Gruppe Chinesen mit glaenzenden Auglein und meine zwei Youngsters fanden es aeusserst amuesant, als einer von ihnen meinte, er musse sich neben eine Blonde setzen und nur so strahlte und von allen anderen fotographiert wurde. Zum Kringeln - ich weiss schon - die Frage ist immer fuer wen.
Am naechsten Morgen war die Altstadt mit ihren Maerkten angesagt - allerdings nicht bevor wir in einer alten Villa im Starbucks gefruehstueckt hatten - und da wurde deas Menue ergaenzt: Schildkroeten in allen Variationen und Groessen, schwaze lebende Scorpione, Schlangen gebuendelt - frisch oder getrocknet, Seepferdchen, Sterne und natuerlich auch Katzen und Hunde neben allerlei Gefluegeltem und Wurzelwerk.
Dazwischen fanden wir echte Perlen und Obst.
Sobald man aber die Hauptstrasse der neuen Stadt erreicht, ueberschlagen sich Reklametafeln und Schnellfressketten, breite Fussgaengerzonen und Kunstwerke zwischen roten Laternen.
Da wir ja zur Mittagszeit auf dem Flughafen sein mussten und dieser weit ausserhalb lag, hatten wir nicht allzu lang Zeit. Dafuer klappte der Abflug nach Jinan problemlos und es gab sogar eine Lounge zum Warten.
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