Samstag, 1. März 2008

Winterreise durch China - Hangzhou

Kunming – Hangzhou 05-02-2008
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Flughafen – schnelles check in – Gate-Cafe – und dann: delayed und das ganze Spiel von vorne: keine Infos, aber chinesisches Frühstück, technical problems und doch boarden. Im Flieger warten – no infos – small talk mit Playboy -Fotografen und irgendwann in Guilin – eine schöne Gegend mit Flüssen und Seen und vielen Kegelbergen..
Wieder warten – das Frühstück – Nudelsuppe wurde ausgegeben und gleichzeitig hieß es wieder boarden. Ein Chinese will dann aber beides: essen und der Erste in der Schlange sein.
Aber immerhin wurde geboardet und wir kamen auch tatsächlich „ohne Vorwarnung“ in Hangzhou an, denn wir sahen vor lauter Nebel nichts bis wir den Boden spürten und zwischen Schneehaufen landeten.
Dafür war unser Youth Hostel wieder einmal richtig super – direkt am West Lake neben einem Tempel.




Von da aus erkundeten wir dann den See – den legendären Wasser -Büffel (heute stellte sich die Frage „wer holt die Kuh vom Eis?“ und suchten erst einmal den Carrefour auf, wo Schu An Lei noch Neujahrsgeschenke für die chinesische Familie einkaufte, bei der sie an Silvester eingeladen war. Dann ging’s wieder raus i den Schneeregen zu China Mobile um eine Handy-Karte fuer Hangzhou zu kaufen. Auf der Suche nach dem Night Market landeen wir dann im Tourist Office und der Old Town Street, eine wieder erbaute Einkaufsstrasse (für Touris).
Den Night Market fanden wir dann auf der entgegen gesetzten Seite der Stadt (der Lonely für Hangzhou ist nicht gerade der Renner) und entdeckten auch das 100 Jahre alte Restaurant, das für seine Nudeln mit Aal so bekannt ist. Voller Erwartung bestellten wir – aber es war nicht ganz unser Ding, dabei sollte es heute ein besonderes Abschlussessen sein.
Deshalb gingen wir noch über’s „Day and Night“ für einen Absacker bei Salsa-Live-Musik.





Hangzhou 06-02-2008
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Als allererstes wollten wir heute morgen mal Alexandras neue Wohnung (von außen) anschauen.
Wir ließen uns in die /Strasse fahren, wussten Hausnummer 179 und Tower 1 und führen in den 17. Stock. Vom Flurfenster konnte man die Wohnzimmerecke erhaschen, wo noch Müll lag. Dann fuhren wir weiter bis zum 37. Stock auf die Dachterrasse, um uns einen Überblick von der Lage zu verschaffen – Flussnähe, Sportstätten, Wohntürme.

Die Security schaute etwas irritiert, traute sich aber nichts zu sagen. Und dann kam der Renner für Alexandra: nebenan gibt es einen französischen Bäcker mit super Croissants und für Reinhold ein Tiramisu. Da kann ja nichts mehr schief gehen, zumal ein Haus weiter gleich noch ein Supermarkt zu finden ist. Und alle führen hier imported products, die in Jinan vergeblich gesucht werden.
Jetzt konnte sie sich vorstellen was auf sie zukommt und es stand uns nichts mehr im Wege zu den Sunrise Terrassen zu gehen =, um ns einen Überblick zu verschaffen.
Das Taxi setzte uns an einem Park ab, mit Bamboo Forest und Hauptprobe für die chinesische Neujahrs-Oper. Den letzten Teil des Aufstiegs machten wir verbotenerweise, da er gesperrt war wegen Schnee und Schneebruch. Nach dem Park ging es noch weiter hoch bis zum Sunrise Pavillon. Nur die Sicht war bei Nebel nicht ganz so berauschend, dafür war der Abstieg über einen großen taoistischen Tempel und eine feudale Wohngegend umso beeindruckender.




Die Seepromenade erinnerte dann wirklich an Konstanz im Winter. Alex musste allerdings noch Packen, denn um 16 Uhr gingi hr Flieger. Wir begleiteten sie per Bus zum Busshuttle, wo wir eine junge aufgeregte Chinesin stießen, die auch zum Flughafen musste und dann beschlossen die beiden ein Taxi zusammen zu nehmen und weg waren sie.

Wir schlenderten den ganzen Weg zurück im Silvester-Nachmittags-Stimmung, entdeckten noch eine riesige Outlet- Mall und saßen bei Starbucks am See gemütlich ein, wo sich die chinesische upper class Jugend traf. Kurz darauf mussten wir uns auch schon für unser Silvester Dinner vorbereiten in einem schicken Restaurant am See, das Schu Am Lei für uns reserviert hatte: 7 Gänge für uns zwei für 388 Yuan, da normalerweise die Menüs ab 4 Personen sind zwischen 388 und 888 Yuen liegen. Je mehr Personen es sind, desto mehr Gerichte. Deshalb mussten sie für uns zwei eine extra Zusammenstellung kalkulieren.

Das Ganze startete ab 5pm. Dadurch, dass wir unser Menü extra designed bekamen, wussten wir ja auch schon ungefähr, was es gab, denn auf der Speisekarte war auch glasierte Schildkröte zu finden.
Wir bekamen einen Tisch am Fenster zum See und eine extra Bedienung abgestellt. Es waren allerdings nicht nur Großfamilien da, sondern die heutige Dreier-Kombination (Vater-Mutter-Kind).
Nach unseren 7 Gängen:
· Brokkoli Gemüse mit Shitake Pilzen mariniert
· Salmon Omeletts
· Chicken soft bone mit Walnüssen , Mandeln und verschiedenen Genuesen
· Shrimps mit Knoblauch auf grünem Dressing (Meilum Celery)
· Roast Silver Kotfisch-Filet Japan
· Sweet and sour pork
· Pyramid prawn dumpling
Gab’s es noch 4 weitere Gänge
· Frühlingsrollen
· Reispuddingkuchen
· Fruchtsuppe
· Obstteller
Wir waren dann auch fast die letzten Gäste und dann rollten die bediensteten schon die China-Böller -Rollen aus und 8.18 pm wurde gezündet – es war ein unglaublicher Krach und rund um den See gab es Feuerwerk. Deshalb waren wir uns nicht sicher, ob das jetzt die Feuerwerkszeit ist oder doch um Mitternacht zum start des neuen Jahres. Nach unserem Seespaziergang genossen wir jedenfalls noch Live-Musik in der Jazz-Kneipe nebenan, bis ich so müde war, dass ich fast nicht mehr sitzen konnte. Wir gingen zwar ins Bett, aber um Mitternacht weckte uns ein Höllenlärm und ein Riesen –Feuerwerk: Prost Neujahr – das Jahr der Ratte war da.
In 7 Stunden wird Florian Geburtstag haben. Ich wollte ihm den Sound des Feuerwerks per Mobile weitergeben, was aber nicht funktionierte.


Hangzhou - Neujahr 07-02-2008
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Florian hat heute Geburtstag –seinen 25.! Wir sms-ten, da er ja sicher noch schlief. Unser Vormittagsprogramm hatte die Tea Hills und das Tee Museum zum Ziel und anschließend noch das Silk Museum. Es war die Hölle los – alle Chinesen haben frei und waren unterwegs. Es gibt keinen Tag im Jahr wo so viele Chinesen auf der Gass’ sind.
Es war trocken und durch den Nebel konnte man sogar die Sonne sehen. Promenadenspaziergang im Strom der Chinesen (anders ging’s gar nicht) – Neujahrsstimmung und zum Abschluss den Tempel von nebenan – eine große Anlage, aber mit teils weltlichen Ausstellungen.

Noch einen italienischen Kaffe und durch Zufall stand schon das Taxi vor der Tür, das uns zum Flughafen brachte – mit der Folge, dass wir sehr frühzeitig dort waren und einen Flieger früher nach Peking nehmen konnten – mit Hilfe der Übersetzung eines Hangzhou-Chinesen, der in den USA arbeitet.
Landeanflug auf Beijing im Aufblitzen des Feuerwerks über der Stadt. Welcome to the New Year. (Die Chinesen verabschieden das alte Jahr mit Feuerwerk, begrüssen das neue Jahr und ballern noch den ganzen Tag oder 2 weiter).
Da wir ja nun früher dran waren, nahmen wir den Shuttle Bus bis zum Bahnhof und von da aus ein Taxi zum Hostel, um einzuchecken und kurz darauf waren wir via Subway wieder am Bahnhof, um unsere Schu An Lei zu überraschen. Es klappte nicht ganz so oder nur mit sms, weil sie einen Seitenausgang genommen hatte und schon am Ticketschalter stand, um ein Ticket nach Nanxing zu ergattern.
Wir bummelten noch zwischen Feuerwerk durch den Hutong und das Cultural Center und wollten eigentlich noch was essen, aber die Strasse war schon „hochgeklappt“ und an Neujahr sowieso – sogar in unserem Courtyard-Cafe hatte die Küche schon geschlossen und wir mussten uns mit einem Absacker begnügen. Alex brachte noch ihre nasse Wäsche zum Trocknen mit und wir versuchten Florian live zum Geburtstag zu gratulieren, was aber aus den verschiedensten Gründen fehlschlug. Er rief dafür um 2 Uhr nachts an und riss uns aus dem Tiefschlaf und wahrscheinlich hat er nicht verstanden, weshalb wir nicht so aufgelegt waren für einen small talk.













































1 Kommentar:

Alexandra hat gesagt…

Anmerkung der Redaktion aus China: Sie haben in China nicht nur den Tag vor und nach Neujahr geböllert, nein, bis zum Laternenfest haben die Chinesen fleissig in die Luft geschosse. Das war echt der Wahnsinn, über 2 Wochen dauer böllern.
PS: Laternenfest war am 22. Februar, Neujahr allerdings am 7. Februar......