Dienstag, 19. Februar 2008

Winterreise durch China - Beijing, Chengde und der Norden Chinas

Beijing, Chengde und der Norden Chinas
ab 18-01-2008
___________________________________________________________________
Just landed in Beijing wollten wir gleich unseren Abenteuerurlaub starten und haben uns zu einer Busfahrt entschlossen, anstelle des Taxis.

Die Entscheidung brachte uns dann auch gleich zur Train Station, wo wir nach den heiß ersehnten Lhasa-Tickets schauen konnten. Nach mehreren Anläufen an verschiedenen Schaltern war klar, dass es jetzt kein Ticket gab – heute Abend um 19 Uhr gibt’s die ersten.
Aber um 19 Uhr traf uns der Schlag: eine Halle voller Menschen, in der es nicht mal mehr einen Stehplatz gab – es stand die Neujahrs- Urlaubswelle an und mehrere Millionen der 1,3 Milliarden Chinesen wollten reisen.

Selbst am Schalter for Foreign People drängten sich die Chinesen und es kam schon zu einer Schlägerei. Ich hatte nur eine Chance: mich vorzudrängen und als Blonde zu fragen. Auskunft: meo (keine Tickets nach Lhasa. Das konnte ja wohl nicht sein. Auf Nachfrage kam dann die Supervisor und dann hatten wir sie: 3 Tickets Beijing – Lhasa zu 3800 Yuen in Hunderten hingezählt. Alle um mich herum starrten mich an und schauten mir ungläubig beim Vorzählen zu. Wir hatten sie!!!! – ohne ein Permit vorzulegen – und es stimmte: es gab die Tickets nur 4 Tage vorher – und vielleicht war hardsleeper ausverkauft – who knows – wir hatten sie auf jeden Fall!
In der naechsten Nacht kam Alexandra mit dem Zug nach durchfeierter Nacht von Jinan angereist und unsere erste Aktion war das Abholen der Permits in der Nähe der Ginzmal Mall.
Alles war vorbereitet, wir bekamen allerdings nur ein Fax ausgehändigt und sollten ein Taxi ins Hotel nehmen, das erstattet würde. Und dann konnten wir uns mit Winterklamotten und Rucksack im Yashou-Center eindecken – essen und Beauty-Salon inklusive.









Abendessen im „Silk“ an den Hinteren Drei Seen ( hinter der Verbotenen Stadt) und Musikkneipe rundeten unseren ersten Tag zu dritt ab.
Morgen früh wollten wir schon früh in die Provinz reisen, nach Chengde und Shanghaiguan, wo die Grosse Mauer ins Meer „fließt“.
Das hieß um 6.40 Uhr am Bahnhof sein und sich für 4 Stunden Fahrt einrichten, nachdem wir brav in der Wartehalle gewartet hatten, bis wir in den Zug geleitet wurden. Wir hatten es sehr bequem, denn unsere Sitze gegenüber waren zufällig (?) nicht belegt(!?!).
In Chengde wehte uns ein kalter Wind entgegen, es war bitterkalt und wir brauchten alle Joker. Zunächst mussten wir unsere Zugfahrt organisieren, da man ja immer nur da ein ticket kaufen kann, wo man losfährt und es deshalb auch keine Rückfahrkarten gibt.
Der letzte Zug fuhr schon um 2 Uhr, das war zu früh und Bustickets gab’s am Busbahnhof und dann entschlossen wir uns spontan (Abenteuerurlaub!!!) und ganz unschwäbisch auf die Nacht in Beijing zu verzichten und dafür ein Ticket nach Shanghaiguan zu kaufen.
Chengde ist die Stadt, in die schon die Kaiser vor der Sommerhitze in Beijing geflüchtet sind. ‚und sie ist tibetisches Zentrum des Nordens Chinas. Das große Kloster ist eine Riesenanlage mit Pagoden und weit bekannt für den groessten Buddha, über 3 Stockwerke groß, und gegen ein paar Yuen kann man auch auf Brusthöhe mit ihm stehen – nicht aber auf Augenhöhe. Irgendwie haben die hier die Kulturrevolution überlebt.


Hier gibt es für jeden Wunsch den entsprechenden Buddha und für ganz persönliche Wunsche gibt es Schlösser die festgemacht werden können.
Chendge hat nicht nur ein tibetisches Kloster und Tempel und eine Nachbildung des Potala Palastes, sondern kann mit dem groessten Park Chinas glänzen. Bevor wir diesen aber eroberten, wärmten wir uns bei Peking-Ente und Lammschlegeln . So kam Reinhold auch in den Genuss des Enten-Packchen –Machens.


Logischerweise konnten wir nur einen kleinen Bruchteil des Parks erkunden. Von vielen ehemaligen Hallen sind nur noch die Fundamente sichtbar, andere sind angelegt mit Pagoden und Brücken und wenn im Lonely Planet steht, dass man auf den Seen Boot fahren kann, empfing uns die zugefrorene Seenplatte, worauf sich halb Chengde tummelte – vom Eisschnellläufer im Nationaltrikot bis zu Chinese Special „Hocker-Rutscherle“.





Der Vorteil der Winterreise war, dass man immer über die Seen abkürzen und sich den Tempeln und Palästen vom Wasser aus nähern konnte. Dennoch hatten wir nicht einmal 10% Einblick in den Park bevor uns Hirsche verabschiedeten.
Reinhold wollte unbedingt ein Foto – Alexandra Seite an Seite mit dem Hirsch – nicht ungefährlich, denn hätte der mal den Kopf gedreht, hätte sie das Geweih im Gesicht gehabt.
Noch ein taoistischer Tempel mit Opfergabe und dann mussten wir uns um unseren Bus ans Meer kümmern. Der Bus kostete den doppelten Preis des Zuges – und das ungeheizt – mit Rauchern an Bord und das über Berg und Tal. Bis wir ankamen, waren wir durchgefroren und schlotternd suchten wir ein Hotel. Die ersten beiden Rezeptionistinnen meinten „nicht möglich“ – sie können uns nicht aufnehmen, weshalb auch immer. Das wird einem nicht gesagt. Wenn’s nicht möglich ist, ist’s nicht möglich, ist doch klar!?!
Da war’s mir dann schon etwas bang, wo wir die Nacht verbringen würden und die Kälte tat ihr Übriges dazu.
In einem chinesischen 5-sterne-hotel fanden wir dann ein Tripple zu 260 Yuen mit Frühstück. Das hatten wir nun wieder nicht gedacht.
Da die Bar schon geschlossen hatte, gingen wir noch auf die „Gass“ und landeten sehr zur Freude Reinholds bei Spiesschen am Tischgrill und Bierprobe ( Hebei (herb) – Olympic – Harbin ( suess )). Die Mädels , die uns bedienten, kamen alle aus Süd China und waren alle witzig drauf. Der Tischnachbar brachte Reinhold eine Zigi und später spendierte er eine Flasche Bier (4. Sorte – Fusel).

So konnten wir gut schlafen und waren deshalb auch die letzten beim chinesischen Frühstück. Hier gab es sogar Kaffe, aber um Punkt 9 Uhr wurde alles komplett abgeräumt. Wir wollten ja auch mit dem Linienbus (1 Yuan) nach Shanghaighuan zur Great Wall ganz individuell.
Was uns erwartete waren grandiose Eisschollen im Sand (diese Kombination ist mir noch nicht begegnet und ist wirklich umwerfend), bitterkalter frostiger wind aus Russland und der Beginn der chinesischen Mauer oder das Ende, dort wo sie ins Meer „fließt“? – und – ganz ohne jeglichen Tourismus.

Weiter oben in Richtung Berge, kann man die Mauer besteigen und weiter wandern bis wieder aufgebauten Kloster, das sich als Fake herausstellte, da keine Mönche hier zugange waren, sondern chinesisches Wachpersonal. Von hier aus konnte man den Berggipfel erklimmen, über den sich noch die Überreste der Mauer zogen, die für mich immer interessanter sind als der Wiederaufbau.

Erst hier oben bekam man einen Eindruck von der Bergwelt und den Seen oder den Seilbahnen von der anderen Seite.

Mit dem Express-Bus – diesmal überheizt – sollte es um 5pm zurück nach Peking gehen. Pünktlich saßen wir im Bus – nur dieser fuhr nicht los – kurz vor 6pm fuhr er dann mal zum Tanken und gegen 6pm war er wieder an der Bushaltestelle um dann tatsaechlioch zu starten. Alexandra ging es schlechter und schlechter – sie hatte extreme Halsschmerzen, die sie zum Weinen brachten.
In Peking zogen wir alle Joker, die wir hatten, von Tabletten bis heiße Zitrone und am nächsten Morgen ging’s erst einmal in ein Krankenhaus mit international medical services. Längeres Warten hatte kürzere Diagnose zur Folge und ein Rezept. Danach ließ sie sich mit dem Taxi ins Hotel bringen und wir beide wollten noch das neue Olympiastadion sehen – das aber ringsum mit Bauzaun und Schranken verriegelt war.

Bei den alten abgerissenen Hutongs fanden wir mit anderen chinesischen Zaungästen eine Lücke. Wir stiefelten einfach den jungen Chinesen hinterher. So kamen wir doch noch in den Genuss, das Olympia -Gelände zu sehen, die neue fertige Schwimmhalle mit den Blubbern, vor allem toll gegen das Licht und das In-door-Stadion, aber auch Überreste des alten dafür abgerissenen Hutongs.
Wir waren dabei!
Letzte Einkäufe für unsere lange Zugfahrt nach Lhasa erledigten wir in „unserem“ Hutong und nach dem Packen gönnten wir und Korean Duck – das besondere Grillerlebnis unter dem Dampfabzug. Alexandra ging es von Stunde zu stunde besser und um 8.30 pm waren wir in der Wartehalle in Peking West, von wo aus der Sky Train to Heaven startet.








Keine Kommentare: